Muffenabdichtung

CIPP-Schlauchlining: Wichtige Maße vor der Enddichtungs-Bestellung

Präzises Aufmaß am CIPP-Linerende vor der Enddichtungsmontage: Altrohrdurchmesser, Stufenhöhe, ebene Altrohrentfernung und Ovalitätsprüfung.

Von Reliance Trenchless Technology3 Min. Lesezeit

Reliance mechanische EPDM-Enddichtung mit Stufenprofil und Edelstahl-Spannbändern zur Schachtanbindung.
Reliance mechanische EPDM-Enddichtung mit Stufenprofil und Edelstahl-Spannbändern zur Schachtanbindung.

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Nach dem Einbau und Aushärten eines CIPP-Schlauchliners (Cured-in-Place Pipe) stellen Bauleiter und Inspektoren im Schacht häufig fest, dass rund um den bündig abgeschnittenen Linerabschluss kontinuierlich Wasser eindringt. Bei der Planung einer dauerhaften mechanischen Sanierung stellt sich die entscheidende Frage: „Welche exakten Maße müssen am CIPP-Linerende vor der Bestellung einer Enddichtung erfasst werden?“

Die Dimensionierung einer Enddichtung beschränkt sich keineswegs auf das Bestellen einer Standardmanschette nach Nenndurchmesser. Weil CIPP-Liner eine markante Innenkante bilden und keine molekulare Verschweißung mit dem Altrohr eingehen, erfordert die Spezifikation einer Reliance Innen-Enddichtung die Aufnahme von vier Parametern: Innendurchmesser des Altrohrs, Innendurchmesser des getrimmten Liners, Wandstärken-Stufenhöhe und die axiale Altrohraufsitzbreite vor dem Schachtgerinne.

Wie in unserem Video über Innenmanschetten DN150–DN4000 dargelegt, verwendet die mechanische Enddichtung eine EPDM-Gummimanschette mit Stufenprofil, die durch zwei hochfeste Edelstahlbänder aus V4A (1.4404) angepresst wird. Ein exaktes Aufmaß stellt sicher, dass die Manschette bündig auf dem Wanddickensprung aufliegt und Ringspalt-Infiltrationen bei Außenwasserdrücken bis zu 1,5 bar (15 mWS) sicher abdichtet.

Physik des Ringspalts: Warum CIPP-Linerabschlüsse undicht werden

Selbst bei mustergültiger CIPP-Verlegung nach ASTM F1216 tritt bei Reaktionsharzen während der Vernetzung eine Volumenschrumpfung auf (1,0 % bis 2,5 % bei Polyester- und Vinylestersystemen):

Schema: Grundwasserinfiltration durch den Ringspalt eines ungedichteten CIPP-Rohrs vs. 1,5-bar-Dichtbarriere mit EPDM-Endmanschette.
Ringspaltinfiltration vs. mechanische Enddichtung: Harzschrumpfung erzeugt einen Ringspalt, über den Grundwasser in Schächte drückt. Die gestufte EPDM-Manschette mit Edelstahlbändern dichtet bis 1,5 bar hydrostatisch ab.
  • Der ungebundene Mikroringspalt: CIPP-Liner liegen formschlüssig an der Altrohrwand an. Mit feuchtem, biofilmbewachsenem Steinzeug, Beton oder korrodiertem Gusseisen entsteht jedoch keine chemische Stoffschlussverbindung.

  • Hydrostatische Infiltration: Grundwasser dringt über Altrohrmuffen oder Risse im Vorfeld ein. Dieses Druckwasser wandert ungehindert entlang des Ringspalts zwischen Altrohr und Lineraußenhaut direkt in das Schachtbauwerk.

  • Grenzen quellfähiger Profile: Quellbänder können bei Faltenbildung oder Schmutzeintrag versagen. Eine mechanische Enddichtung bietet dagegen eine nachprüfbare, dauerhafte Pressung gemäß DIN EN 681-1 und ASTM C923.

4 kritische Maße vor der Auslegung einer Enddichtung

Zur Konfiguration der gestuften Gummiprofile und Spannbänder müssen folgende Messwerte im Schacht aufgenommen werden:

Ingenieurquerschnitt mit den vier unverzichtbaren Baustellenmaßen an einem CIPP-Linerende vor der Enddichtungsbestellung.
Maßaufnahme am CIPP-Linerende: Die Auslegung einer mechanischen Enddichtung erfordert Altrohrinnendurchmesser, Linerstufenhöhe, Anfasungswinkel, freie Altrohr-Aufstandsbreite und Querschnittsovalität.

1. Altrohr-Innendurchmesser (IDhostID_{host}) und Liner-Innendurchmesser (IDlinerID_{liner})

Messen Sie an mehreren Achsen (12–6 Uhr und 3–9 Uhr) mit Innenmikrometern oder Spreizlehren:

  • Altrohrbohrung (IDhostID_{host}): Reiner Innendurchmesser des Altrohrs unmittelbar vor dem Linerabschluss.

  • Linerbohrung (IDlinerID_{liner}): Effektive lichte Weite des getrimmten Verbundliners.

  • Stufenhöhe (Δh\Delta h): Berechnet als Δh=(IDhost−IDliner)/2\Delta h = (ID_{host} - ID_{liner}) / 2. Diese Höhendifferenz bestimmt, ob ein Standard-EPDM-Stufenprofil oder eine Sonderfertigung erforderlich ist.

2. Linerwandstärke (tlinert_{liner}) und Kantenausbildung

Messen Sie die Wandstärke an Sohle, Scheitel und Kämpfern:

  • Harzabsenkung: Durch Harzfluss während der Warmhärtung sind Liner an der Sohle oft dicker (z. B. 6 mm im Scheitel, 9 mm an der Sohle).

  • Anfasen der Kante: Eine scharfkantige 90°-Kante erzeugt hohe Kerbspannungen im Gummi. Vor Einbau der Dichtung muss die Kante mit einem Winkelschleifer unter 30° bis 45° angefast werden.

3. Freie Altrohr-Aufsitzbreite (WlandingW_{landing})

Der Abstand zwischen getrimmtem Linerende und Schachtwand wird auf der Baustelle am häufigsten unterschätzt:

  • Sitz des Spannbands: Das äußere Edelstahl-Spannband muss direkt auf dem Altrohr klemmen, niemals auf dem Liner.

  • Mindestaufstandsfläche: Erforderlich sind mindestens 100 mm bis 150 mm sauberes Altrohr vor dem Schachtgerinne. Schließt der Liner bündig mit der Schachtwand ab, muss er mit einer Diamanttrennscheibe um 120 bis 150 mm zurückgeschnitten werden.

4. Querschnittsovalität und Oberflächenbeschaffenheit

Gemäß ASCE MOP 145 erfordern Altrohre mit mehr als 5 % Querschnittsverformung speziell gewalzte Spannbänder:

  • Ovalitätsprüfung: Bei Durchmesserdifferenzen über 5 % müssen Horizontal- und Vertikalmaße einzeln angegeben werden.

  • Untergrundvorbereitung: Der Altrohrsitz muss drahtgebürstet werden, um lose Mörtelreste, Kies oder Harznasen für einen wasserdichten Sitz zu entfernen.

Messprotokoll und Toleranzen

Prüfen Sie vor Einreichung der Spezifikation folgende Messprotokollwerte:

MessgrößeToleranzWerkzeugHinweis
Altrohr-ID±2 mm\pm 2\text{ mm}Innenmikrometer100 mm vor dem Linerabschluss messen.
Liner-ID±2 mm\pm 2\text{ mm}MessschieberSohlenaufdickung beachten.
Freie Aufsitzlänge±5 mm\pm 5\text{ mm}Stahllineal / BandmaßDistanz von Linerschräge bis Schachtwand.
Stufenhöhe (Δh\Delta h)±1 mm\pm 1\text{ mm}TiefenmessschieberBestimmt EPDM-Stufenprofil.
AltrohrmaterialEntfälltSichtprüfung / TV-ProtokollBeton, Steinzeug oder Guss.

Standard- vs. Sonder-Enddichtungen

Standard-Enddichtungen decken Linerstufen bis 10 mm in Nennweiten von DN150 bis DN1200 ab. Für dickwandige Rechteckdurchlässe, Trinkwasserleitungen oder stark korrodierte Betonrohre fertigen wir mehrstufige Elastomerjacken und verbreiterte Spannbänder.

Lesen Sie unsere Messanleitung für Rohr-Innenmanschetten, vergleichen Sie Verfahren unter Partielle Reparatur vs. CIPP-Schlauchlining oder fordern Sie über das Anfrageformular für Innen-Enddichtungen Zeichnungen an.

Referenzen und Quelldokumente

  1. Reliance YouTube — Innenmanschetten DN150–DN4000: Rohrverbindungen von innen grabenlos abdichten

  2. ASTM F1216: Standardpraxis für die Sanierung von Rohrleitungen durch invertierte CIPP-Schlauchliner, DOI: 10.1520/F1216-22

  3. DIN EN 681-1: Elastomer-Dichtungen — Werkstoffanforderungen für Rohrleitungs-Dichtungen in Entwässerungsanlagen

  4. ASTM C923: Standardspezifikation für elastische Verbindungen zwischen Schachtbauwerken und Rohren

  5. ASCE Manual of Practice No. 145: Cured-In-Place Pipe (CIPP) Design Guide

  6. Reliance Handbuch Innenmanschetten — Gestufte Enddichtungen und Spannbanddimensionierung

Weiterführende Informationen

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